Diese Seite drucken

Die Patenkompanie

Meinw
Wappen des zweiten Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 aus Munster

 

 

 

 

Die Patenschaft der Gemeinde Meinersen mit der 2. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93 aus Munster zeichnet sich auf beiden Seiten durch eine lange Tradition aus: Das Bataillon wurde im März 1956 aufgestellt und ist damit das älteste Panzerbataillon der Bundeswehr überhaupt. Die Gemeinde Meinersen ging in ihrer heutigen Form zwar erst 1974 aus der damaligen Gebiets- und Verwaltungsreform hervor, die erste urkundliche Erwähnung datiert jedoch auf das Jahr 1154.

 

Die Patenschaft zwischen Gemeinde und Soldaten wurde 1981 begründet. Am Jahresanfang erreichte den Landkreis Gifhorn ein Schreiben des damaligen Bataillonskommandeurs Oberstleutnant Holl. Dieser äußerte den Wunsch nach der Begründung von Patenschaften zwischen Kompanien des Panzerlehrbataillons und Gemeinden aus dem Landkreis Gifhorn.

 

Interesse äußerten u. a. die Gemeinde Müden (Aller), Leiferde und eben Meinersen. Müden (Aller) war allerdings bereits schon zehn Jahre zuvor eine Patenschaft mit der 4. Kompanie des (inzwischen aufgelösten) Panzergrenadierbataillons 332 aus Wesendorf eingegangen.

 

Zwischen Meinersen und Munster begann daraufhin ein reger Schriftwechsel. Der erste dokumentierte Kontakt mit der „Zwoten“ stammt vom 29. Juni 1981. Der damalige Kompaniechef Hauptmann Faust bat um ein erstes Gespräch, welches am 10. Juli 1981 in Meinersen stattfand.

 

Das Gespräch war augenscheinlich sehr erfolgreich, denn bereits am 17. August 1981 gab der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Meinersen die Beschlussempfehlung, der Begründung der Patenschaft zuzustimmen. Bereits damals dachte man übrigens außerordentlich vorausschauend an schlechte Zeiten und legte großen Wert darauf, dass „nicht daran gedacht ist, die Patenschaft mit erheblichen finanziellen Aufwand sowohl von Seiten der Bundeswehr als auch von Seiten der Gemeinde zu bedenken“.

 

Keine drei Wochen später fuhren Gemeindedirektor Robert Janzen, sein Stellvertreter Hans Voges und die Ratsherren Johannes Ramme, Max Mielke, Wolfgang Voges und Willibald Schulz zu einem Informationsbesuch nach Munster.

 

Am 03. November 1981 fasste der Rat der Gemeinde Meinersen dann feierlich den folgenden Beschluss: „Die Gemeinde Meinersen übernimmt die Patenschaft der 2. Kompanie des Panzerlehrbataillons, Munster.“ Reine Formsache, denn das erste Patenschaftstreffen war bereits lange vor diesem Beschluss auf das Wochenende 04. bis 06. Dezember 1981 festgesetzt worden. Bemerkenswert: Alle Soldaten wurden ganz selbstverständlich in Meinersener Privatquartieren untergebracht. Kompaniechef Faust übernachtete beispielsweise standesgemäß beim damaligen Bürgermeister Hans-Joachim Könecke.

 

An diesem Wochenende, genau am 05. Dezember 1981, war es dann auch formal soweit: Die offizielle Patenschaftsurkunde wurde unterzeichnet!

 

Zahlreiche Aktionen in den Anfangsjahren sorgten für regen Kontakt zwischen der „Zwoten“ und der Gemeinde Meinersen mit ihren Bürgerinnen und Bürgern.

 

Der erste offizielle Besuch im Rahmen der Patenschaft fand am 20. März 1982 beim „Tag der Patengemeinden“ in der Munsteraner Schulz-Kaserne (damaliger Bataillonsstandort) statt.

 

In den folgenden Jahrzehnten folgten viele weitere Treffen in Meinersen und Munster, darunter etliche Vergleichsschießen. Höhepunkt auf Meinersener Gebiet waren sicherlich die durchgeführten Biwaks sowie die Rekrutenprüfungen der Bundeswehr, bei denen auch Hubschrauber eingesetzt wurden.

 

Häufige Wechsel an der Spitze der Kompanie (die Kompanieführer und -feldwebel bleiben jeweils nur wenige Jahre in der Einheit) und die nicht gerade unerhebliche Entfernung zwischen Munster und Meinersen taten der Patenschaft nie wirklich einen Abbruch.

 

Besonders die ersten Jahre der Patenschaft waren eine wahre Meisterleistung. Es gab keine E-Mails, keine Handys, nicht einmal eine Faxgerät gehörte 1981 zur Grundausstattung. Briefe, Telefonate und Besuche waren die einzigen Möglichkeiten zur Kontaktpflege. In der heutigen Zeit machen elektronische Post, SMS und Internetauftritte vieles einfacher und schneller. Aber auch wenn Meinersen und Munster heute quasi auf "Knopfdrucklänge" zusammengerückt sind, ist auch in der heutigen modernen Zeit die Kontaktpflege nicht immer einfach bzw. möglich. Das Aufgaben- und Einsatzspektrum der Bundeswehr hat enorm zugenommen, Auslandseinsätze sowie deren Vor- und Nachbereitung fordern ihren zeitlichen Tribut.

 

Gerade für die letzten Jahre ist aber ein erfreulicher Aufschwung festzustellen, der ungebrochen anzuhalten scheint.

 

Mehrmals im Jahr finden inzwischen Veranstaltungen im Rahmen der Patenschaft statt. Gegenseitige Besuche und gemeinsame Veranstaltungen zeugen vom guten Verhältnis zwischen Meinersen und „der Zwoten“.

 

Besondere Erwähnung muss aber natürlich die Enthüllung des Gedenksteins aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Patenschaft am 12. Dezember 2006 in Munster finden. Als besonderer Ehrengast konnte damals Oberstabsfeldwebel a. D. Uwe Schneider aus Düren begrüßt werden, der 1981 in seiner Eigenschaft als Kompaniefeldwebel die Patenschaft mitbegründet hatte. Aber auch in Meinersen wurde das 25. Patenschaftsjubiläum entsprechend gewürdigt: 2007 wurde ein entsprechender„Zwillingsstein“ vor dem Meinersener Kulturzentrum enthüllt.

 

AAA
NATO-Übung "Trident Juncture" 2018 in Norwegen

 

Blickt man auf die lange Geschichte der Patenschaft zurück, so taucht auf Seite der Gemeinde immer wieder ein Name als treibende Kraft auf: Der ehemalige Gemeindedirektor Robert Janzen, der die Patenschaft von 1981 bis zu seinem Eintritt in der Ruhestand 1995, stets hegte, pflegte und damit entscheidend vorantrieb. Patenschaft war bei ihm stets Chefsache! Dieses gilt auch für den amtierenden Bürgermeister Thomas Spanuth.

 

Auf Seiten der Bürgerschaft wird die Patenschaft größtenteils durch den Schützenverein Meinersen, die Freiwillige Feuerwehr Meinersen sowie einige Privatpersonen rege gepflegt und unterstützt.

 

Derzeitige Führung:

 

Hauptmann und Kompaniechef Norman Waldmann

 

Norman Waldmann
Hauptmann Norman Waldmann

Seit dem 18.01.2018 ist Hauptmann Norman Waldmann Kompaniechef der 2. Kompanie des Panzerlehrbataillons 93. Zuvor er war Zugführer in der 3. Kompanie des Bataillons. Der Berufsoffizier ist verheiratet und stammt aus Kehl am Rhein. Nach seinem Eintritt in die Bundeswehr im Jahre 2007 absolvierte er zunächst das Studium der Sportwissenschaften an der Universität der Bundeswehr in München.

 

 


Oberstabsfeldwebel und Kompaniefeldwebel Carsten Künne

Oberstabsfeldwebel Carsten Künne
Oberstabsfeldwebel Carsten Künne

 

Kompaniefeldwebel ("Spieß") der Meinersener Patenkompanie ist Oberstabsfeldwebel Carsten Künne. Er stammt aus Schladen, ist verheiratet und hat ein Kind. Sein militärischer Werdegang begann 1992 beim Panzerbataillon 24 in Braunschweig, wo er auch die Ausbildung zum Panzerfeldwebel absolvierte. Über Brück und Letzlingen kam der eingefleischte Fan des VfB Stuttgart 2003 zum Panzerlehrbataillon 93, wo er bis 2005 als Zugführer tätig war. Vor seiner heutigen Tätigkeit war er Panzerzugführer in der 4. Kompanie des Bataillons.

 

 

 

Die Entstehung der Patenschaft:

 

08.01.1981: Bataillonskommandeur Oberstleutnant Holl richtet an den Landkreis Gifhorn den Wunsch nach Begründung von Patenschaften mit Gemeinden aus dem Landkreis Gifhorn

 

 Der Samtgemeindeausschuss verweist die Angelegenheit an die Mitgliedsgemeinden.

 

Die Gemeinde Leiferde, Meinersen und Müden (Aller) bekunden durch den damaligen OKD Dr. Lemke der Bundeswehr gegenüber das Interesse an der Übernahme einer Patenschaft.

 

Erstes Schreiben von Hauptmann Faust, Kompaniechef der 2./Panzerlehrbataillon 93, an die Gemeinde Meinersen.

 

Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Meinersen empfiehlt einstimmig die Begründung der Patenschaft.

 

Eine Abordnung der Gemeinde Meinersen nimmt am Informationstag in der Schulz-Kaserne (damaliger Bataillons-Standort) in Munster teil.

 

Der Rat Meinersen beschließt einstimmig, die Patenschaft zu übernehmen.

 

04.12.1981- 06.12.1981: Erstes Patenschaftstreffen in Meinersen.

 

Die Patenschaftsurkunden werden am 05.12.1981 unterzeichnet.

 

 

 

Zur Homepage des Freundeskreis Panzerlehrbataillon 93

Tischständer