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Eichenprozessionsspinner

Information des Fachbereichs Ordnung zum Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist ein Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner. Der EPS lebt auf Laubbäumen (zumeist Eichen). Seit mehreren Jahren befindet sich die Population dieses Schmetterlings in einer andauernden Massenvermehrung. Gerade in Niedersachsen ist der EPS auf dem Vormarsch.

Die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupe können bei Menschen allergische Reaktionen verursachen. Die allergische Reaktion wird durch in der Haut, in den Augen sowie den Atemwegen stark juckende Entzündungen hervorgerufen. Die Brennhaare können noch nach Jahren die gleiche gesundheitsschädigende Wirkung besitzen.

 

So sieht EPS Befall aus
Eichenprozessionsspinner

 

Was sind Anzeichen für eine Raupen-Dermatitis?

• Juckreiz, bei heftigem Kontakt starker Juckreiz;

• Schüttelfrost, Schwindel, in seltenen Fällen allergischen Schockreaktionen;

• bei starkem Kontakt verspürt man anfangs ggf. sogar ein Prickeln, welchem nach wenigen Minuten die genannten Reaktionen folgen;

• viele Tage anhaltender Juckreiz der kleinen roten Schwellungen oder Quaddeln.

Bei Auftreten stärkerer gesundheitlicher Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden und auf den Raupenkontakt hingewiesen werden. Die Symptome können durch Medikamente gemildert werden.

 

Wann besteht die Gefährdung?

Die für den Menschen gefährlichen Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen Anfang Mai. Die Raupen durchlaufen bis zur Verpuppung Ende Juni/Anfang Juli fünf bis sechs Entwicklungsstadien. Ab dem dritten Larvenstadium wachsen die sehr feinen Brennhaare. Die giftigen Brennhaare brechen leicht und können über 100 m weit getragen werden. An den Larvenhäuten in den Nestern bleiben nach dem Schlüpfen Brennhaare zurück und können bis zu einem Jahr lang giftig bleiben. Gespinstnester an Bäumen und auf dem Boden bleiben somit eine Gefahrenquelle.

 

Wer sollte besonders aufpassen / ist besonders exponiert?

•Personen, die sich im Wald aufhalten, Anwohner von Waldgebieten mit Eichen

•Arbeitskräfte von Forst- und Landschaftspflegebetrieben sowie Straßenmeistereien

•Personen auf Freizeit- und Grünanlagen (zum Beispiel auch Sportplätze, Campingplätze, Freibäder, Kinderspielplätze)

•Halter von Haus- und Nutztieren (Diese sind gleichermaßen betroffen)

 

Wie können Sie sich schützen?

•Meiden Sie die befallenen Gebiete und ggf. abgesperrten Bereiche.

•Bedecken Sie alle Körperflächen (Nacken, Hals, Arme und Beine usw.) beim Aufenthalt in befallenen Gebieten.

•Raupen und das Gespinst nicht berühren. Vermeiden sie jeden Kontakt.

•In der Nähe von befallenen Bäumen sich nicht ins Gras oder auf den Boden setzen.

•Nach Kontakt mit den Raupenhaaren sofortiger Kleiderwechsel dann Duschbad und Haarwäsche.

•Kleidung bei 60 °C mit viel Wasser waschen, um das Nesselgift der Raupenhaare zu vernichten / auszuspülen.

•Auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen an Bäumen verzichten, solange Raupennester des Eichenprozessionsspinners erkennbar sind.

•Die Bekämpfung nur von Fachleuten mit Vollschutzanzug und Atemschutz durchführen lassen.

 

Was tun bei Befall?

Es handelt sich um ein natürliches Phänomen, dem mit Augenmaß begegnet werden sollte. Da ab August mit dem Schlüpfen der Falter der Spuk beendet ist, müssen im Wald nur bei stärkerem Befall oder im Rahmen von Sonderprogrammen zwingend Bekämpfungsmaßnahmen erfolgen.

An Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Schwimmbädern, Freizeitanlagen, Zeltplätzen, Krankenhäusern und Kliniken mit viel Publikumsverkehr sollte ein deutlicher Befall hingegen sachgerecht bekämpft werden, um das Kontaktrisiko zu minimieren.

 

Verantwortlichkeiten:

Bedroht der Eichenprozessionsspinner die Gesundheit der Bevölkerung auf öffentlichen Flächen der Gemeinden ist die Samtgemeinde Meinersen zuständig. Hierzu können Sie den Befall dem Fachbereich Ordnung unter 05372/89-311 oder 05372/89-312 melden.

Bei Privatgrundstücken ist der Eigentümer zuständig. Die Bekämpfung sollte über eine Fachfirma erfolgen! Die Kosten für eine Bekämpfung muss der Eigentümer tragen!

Der Landkreis Gifhorn hat eine Liste von geeigneten Bekämpfungsfirmen erstellt, diese Liste finden Sie hier.

 

Bekämpfungsaktion des Landkreises Gifhorn:

Der Landkreis Gifhorn hat sich aufgrund der Ausbreitung innerhalb des Kreisgebietes dazu entschieden Anfang des Monats Mai eine Bekämpfung des EPS aus der Luft sowie vom Bodens zu beginnen. Das Entwicklungsstadium der Raupen und der Blattaustrieb der Eichen haben einen Stand erreicht, der eine erfolgreiche Bekämpfung möglich macht.

Dabei werden an einigen Straßen die mit der Raupe befallenen Eichen mit dem biologischen Wirkstoff bacillus thuringiensis behandelt. Dieses Mittel wurde mit Hilfe eines Hubschraubers von oben auf die Eichen gesprüht und von den Raupen mit den Eichenblättern verzehrt. Es muss aktiv durch Blattfraß aufgenommen werden und bewirkt durch Umwandlung im Darm die Austrocknung der Raupen. Bei Menschen ist das biologisch abbaubare Mittel wirkungslos. Sofern eine Bekämpfung aus der Luft nicht möglich ist, so erfolgt der Einsatz von Boden aus.

In der SG Meinersen waren folgende Straßen von der Bekämpfungsaktion des Landkreises Gifhorn betroffen: K46 Dalldorf – Hillerse, B188 Meineren – Gifhorn bis zum neuen Kreisel an der B188 sowie weiter in Richtung Brenneckenbrück, L283 Leiferde – Ettenbüttel sowie der Abschnitt L283 Gerstenbüttel – Ettenbüttel, Voßheide von Flettmar in Richtung Hohnebostel (Landkreis Celle).

 

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner erhalten Sie auf der Homepage des Landkreises Gifhorn oder aus dem